Neckarsulm bezahlt nach gutem Start gegen den Thüringer HC Lehrgeld

Zwanzig Minuten lang ist die Neckarsulmer Sport-Union zur ungewohnten Zeit am Mittwochabend im Spiel der Handball Bundesliga Frauen gegen den Thüringer HC oben auf und präsentiert den 1048 Zuschauern ein offenes Spiel. Danach muss die NSU vor allem in der zweiten Hälfte gegen dem amtierenden Pokalsieger Lehrgeld bezahlen und eine deutliche 21:40-Niederlage verkraften.



Einen ersten Schock mussten die Gäste aus Thüringen direkt früh verdauen, als mit Jovana Sazdovska die einzige geplante Linksaußen früh verletzungsbedingt ausgewechselt und die angeschlagene Ina Großmann gebracht werden musste. Die Sport-Union legte wieder einmal einen guten Start hin und konnte sich in den ersten Minuten eine Zwei-Tore-Führung erspielen. Dann verwandelte aber auch der THC seine Angriffe und es entwickelte sich ein offenes, ausgeglichenes Spiel mit einer gut aufgelegten Heimmannschaft. Dabei leiten Louisa Wolf sowie Lynn Knippenborg gemeinsam das Neckarsulmer Spiel, wodurch die Gastgeberinnen zu einigen Torerfolgen gegen die Thüringer Defensive kommen. Nach zwanzig Minuten bekommt der Thüringer HC allerdings immer mehr Oberwasser und kann bereits bis zum 14:20-Halbzeitstand zu häufig über den stark besetzten Rückraum verwandeln.



Auch nach dem Seitenwechsel und der Ansprache durch Pascal Morgant und Maike Daniels kommt die Neckarsulmer Mannschaft erneut gut aus der Kabine und bleibt durch vier Treffer von Nele Reimer in Schlagdistanz. Nach dem 18:23 beginnt allerdings die schwächste Phase im Spiel der Neckarsulmerinnen, in der Thüringen kurzen Prozess macht und mit einem 0:14-Lauf die ganze Qualität des stark besetzten Kaders gegen eine verunsicherte Sport-Union auf die Platte bringt. Danach fängt sich die NSU zumindest in der Schlussphase noch einmal und lässt den Rückstand gegen eine Thüringer Mannschaft, die wie in der vergangenen Saison bis zur letzten Sekunde um ein bestmögliches Torverhältnis kämpft, zumindest nicht weiter ansteigen. An der deutlichen 21:40-Niederlage ändert die Schlussphase der Partie allerdings nichts mehr.



"Der THC hat uns heute hart aber ehrlich unsere Grenzen aufgezeigt. Thüringen hat 60 Minuten Vollgas gespielt und wir alle haben gesehen, dass diese Mannschaft nach dem Pokalspiel etwas gut machen wollte. Deshalb möchte ich auf gar keinen Fall den Stab über meiner Mannschaft brechen. Wir haben aus gutem Grund auch auf unsere jungen Spielerinnen gesetzt und haben Lehrgeld zahlen müssen, das gehört dazu zu diesem Geschäft. Der THC ist auch in dieser Saison nicht unser Gradmesser. In solchen Spielen müssen wir Erfahrungen sammeln und unseren Spielerinnen Fehler verzeihen können. Deswegen möchte ich meiner Mannschaft den Rücken stärken und ihren Kampfgeist hervorheben, dass sie auch in einer ganz harten Phase wie dem 0:14-Lauf nie aufgegeben haben. Die Mädels haben sich trotz diesem extrem starken Lauf der Thüringerinnen nicht hängen lassen und in der Schlussphase nochmal gegen ein höheres Ergebnis gekämpft. Für uns sind in diesen Spielen kleine Teilerfolge wichtig und die haben wir heute Abend definitiv gehabt.", erklärt NSU-Trainer Pascal Morgant.



Für die Neckarsulmerinnen wartet bereits im nächsten Heimspiel am 19.10. mit der Mannschaft von Borussia Dortmund das nächste Schwergewicht der Liga. Außerdem wurde im Anschluss an die Partie gegen den THC das Achtelfinale im DHB-Pokal ausgelost, in dem die Sport-Union am Wochenende des 02./03. November auf den Erstliga-Aufsteiger Kurpfalz Bären Ketsch trifft.





Handball Bundesliga Frauen: Neckarsulmer Sport-Union - Thüringer HC 21:40 (14:20)



Neckarsulm:



Wachter (1 Tor, 7/1 Paraden), Kaminska (1) - Kalmbach (2 Tore), Wolf (2), Hendrikse (4), Knippenborg (3), Wick, Haraldsdóttir, Goos, Ineichen (1), Reimer (7/3), Espinola Perez (1), Kooij, Kretzschmar





Thüringen:



Davidsen (3 Paraden), Giegerich (10/1) - Lopes (2 Tore), Scheffknecht (6), Mazzucco (2), Rodriguez (1), Sazdovska (1), Schmelzer (5), Stolle (9), Koresova (7/2), Bölk (3), Grossmann (3), Biltoft, Mässing, Jakubisova



Siebenmeter: NSU 3/4 - THC 2/3



Zeitstrafen: NSU 2 - THC 1


Zuschauer: 1.048



Quelle: PM Neckarsulmer Sport-Union e.V.