NSU erreicht gegen Bietigheim nach 0:6-Fehlstart ein "anständiges Ergebnis"

Frühzeitige Vertragsauflösung: Roberta Ivanauskaite kehrt in ihre Heimat zurück

Von Beginn machte die SG BBM Bietigheim am Samstagabend klar, dass sie im Ligaendspurt der Handball Bundesliga Frauen (HBF) Vollgas gegen die Neckarsulmer Sport-Union geben wird und die Tordifferenz im Vergleich zum Thüringer HC weiter ausbauen wird. Nach einem 0:6-Fehlstart der Sport-Union, konnten die Gastgeberinnen der SG mehr Paroli bieten und sich mit der 16:28-Niederlage ein "anständiges Ergebnis" erkämpfen. Geprägt war das Derby vor allem von zwei überragenden Torhüterleistungen von Nicole Roth und Dinah Eckerle.

Mit enorm hohen Tempo startet die Bietigheimer Mannschaft von Martin Albertsen in das Derby und überrennt die Sport-Union mit einem 0:6-Start nach 7 Minuten. NSU-Trainer Pascal Morgant musste früh mit einer ersten Auszeit reagieren und wechselte mit Svenja Kaufmann auch direkt durch. Eben jene Spielerin erzielte schließlich auch nach neun langen Spielminuten den ersten Treffer für die Sport-Union und führte ihre Mannschaft im Angriff sicherer. Mitte der ersten Halbzeit droht die Partie nach einem zwischenzeitlichen 6:15-Rückstand noch deutlicher zu werden, doch die Sport-Union wehrt sich nach dem Fehlstart mit allen Mitteln gegen den aktuellen Tabellenführer.

Zu Beginn der zweiten Hälfte hat die Neckarsulmer Defensive den Bietigheimer Angriff deutlich besser im Griff, kann durch wenig Torgefahr allerdings wenig Boden gut machen. Beim 9:19 war der Rückstand zur SG BBM erstmals auf zehn Tore angewachsen und pendelt sich bis zum 16:28-Endstand auch in dieser Region ein. Obwohl die Sport-Union mit gerade einmal 12 Gegentreffern in der zweiten Hälfte eine gute Leistung zeigt und das Ergebnis im Rahmen hält, hätte das Ergebnis mit einem effektiveren Angriff auch knapper gehalten werden können.

"Den Anfang möchte ich rausnehmen. Danach haben wir es ganz gut gemacht und uns mit allem was wir hatten, gegen die hohe Bietigheimer Qualität gestemmt. Deshalb möchte ich auch das Positive sehen und das ist, dass wir gegen Bietigheim unter 30 Gegentoren geblieben sind. Wenn wir den 0:6-Start und die vielen Gegenstöße abziehen, zeigt das eine gute Abwehrleistung meiner Mannschaft sowie die sehr starke Leistung von Nice Roth im Tor und darauf müssen wir die verbleibenden Spiele weiter aufbauen. So sind wir mit den 28 Toren mal zufrieden. Dazu hatte auch Bietigheim eine super Abwehr und mit Dinah Eckerle eine überragende Torhüterin. Wenn man sieht, dass wir dann noch einige freie Würfe vergeben, ist da auf jeden Fall ordentlich Potenzial vorhanden. Deshalb hätten wir das Spiel eigentlich auch etwas knapper gestalten können. Dafür, dass wir nicht den besten Tag hatten, ist es aber ein anständiges Ergebnis.", sagte Morgant nach Spielende.

Mit der Derbyniederlage verabschiedet sich die NSU in eine kurze, zweitägige Osterpause und bereitet sich ab Dienstag auf die kommende Partie bei Borussia Dortmund vor. Das nächste und gleichzeitig auch letzte Saisonspiel der Neckarsulmerinnen findet dann am 4. Mai gegen den SV Union Halle-Neustadt statt.

Roberta Ivanauskaite verlässt Neckarsulm frühzeitig

Neben dem Spielfeld hat der Sport-Union am Samstagabend bereits Roberta Ivanauskaite gefehlt. Die 20-jährige Rückraumspielern hat bei den Verantwortlichen der Neckarsulmer Sport-Union um Vertragsauflösung gebeten und ist bereits zurück in ihrer litauischen Heimat. Nach einer schweren Knieverletzung, bei dem sich Ivanauskaite das Kreuzband und den Meniskus gerissen hatte, fehlte sie der Sport-Union bereits in der Vorbereitung und konnte kein einziges Pflichtspiel im Neckarsulmer Trikot bestreiten.

"Roberta ist mit dem Wunsch an uns heran getreten, dass sie gerne wieder in ihre Heimat möchte. Sie hat großes Heimweh und dort abseits vom Handball ein gutes Jobangebot für ihre Zukunft bekommen, das sie gerne annehmen möchte. Nach aktuellem Stand ist sie durch ihre Verletzung selbst sehr unsicher, ob sie nochmals auf diesem Niveau Handball spielen kann und wollte deshalb auch unbedingt diesen Schritt gehen. Wir sind ihr aufgrund dieser Entwicklung entgegen gekommen, haben den Vertrag zum 31. März aufgelöst und wünschen Roberta für ihre Zukunft nur das Beste", erklärt Kai Stettner, Geschäftsführer der Neckarsulmer Sport-Union, die frühzeitige Vertragsauflösung und das Entgegenkommen des Vereins. "Die OP in Markgröningen verlief gut und wir waren positiv gestimmt, dass sie nächste Saison wieder Handball spielen kann und angreifen wird. Ohne volles Vertrauen in ihr Knie und auch ohne den notwendigen Willen ist solch eine Rückkehr sehr schwer. Wir sind auch durch den Abgang von Roberta noch nicht fertig mit der Kaderplanung für die kommende Saison, sind aber auch bereits doppelt im linken Rückraum besetzt. Natürlich laufen im Hintergrund sehr viele Gespräche für die Zukunft, aber jetzt liegt der Fokus erstmal komplett auf dem Klassenerhalt. Danach können wir mit Sicherheit weitere Personalien bekanntgeben."

Handball Bundesliga Frauen (HBF): Neckarsulmer Sport-Union - SG BBM Bietigheim 16:28 (08:16)

Neckarsulm:

Roth (18/2 Paraden), Gorelova - Kalmbach (3 Tore), Pavkovic (1), Kaufmann (4), Haraldsdóttir (1), Namat, Goos (2), Pavlovic (2), Ineichen (1), Reimer (1), Espinola Perez (1), Stojkovska

Bietigheim:

Eckerle (19 Paraden), Salamakha (1/1) - Visser (2/1 Tore), Rozemalen, Lauenroth (4), Hoekstra, Ivancok, Loerper (5/1), van der Heijden (5), Naidzinavicius (1), Woller (7), Malestein (4), Patorra, Braun

Siebenmeter: NSU 1/0 - BBM 4/2

Zeitstrafen: NSU 2 - BBM 2

Zuschauer: 1.178

Quelle: PM Neckarsulmer Sport-Union e.V.


  




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