„Ich bin kein Freund von Experimenten.“

Trainer Sead Hasanefendic mit väterlichem Rat für seinen Rechtsaußen Willy Weyhrauch  (Foto: sportfotoseisenach) Trainer Sead Hasanefendic mit väterlichem Rat für seinen Rechtsaußen Willy Weyhrauch (Foto: sportfotoseisenach)

Nachgefragt bei Sead Hasanefendic, Coach des ThSV Eisenach, vor dem Heimspiel gegen den Tabellen-Zweiten SG Leutershausen

Zum Hinrundenende empfängt der ThSV Eisenach als Tabellenführer am Samstag, 08.12.2018 um 19.30 Uhr in der heimischen Werner-Aßmann-Halle seinen ersten Verfolger, den Tabellen-Zweiten, die SG Leutershausen. Mit dem 14. Sieg im 15. Saisonspiel wollen die Wartburgstädter ihre Spitzenposition mit einem derzeit 7-Punkte-Ploster festigen.

Vor der Partie sprachen wir mit Sead Hasanefendic, dem Coach des ThSV Eisenach.

In Dutenhofen gelang der 13. Saisonsieg. Am Ende zahlte sich der lange Atem aus. Lange sah es aber nicht gut aus….

Die offensive Deckung der Gastgeber überraschte uns schon. Aggressiv und mit vielen Stoppfouls, von den Schiedsrichtern toleriert. Ähnlich, wie bei unserer Niederlage in Rodgau. Agierten wir dann ähnlich in der Abwehr, kassierten wir 22 Strafminuten. Im Verlauf der ersten Halbzeit fanden wir schon Lösungen gegen diese Abwehr, doch es haperte an der Chancenverwertung. Der zum Erstligakader gehörende Jane Cvetkovski im Tor der Hessen parierte mehrfach glänzend. Im zweiten Abschnitt fanden wir immer mehr die passenden Lösungen, schlossen in den letzten zehn Minuten mit aller Konsequenz ab.

Sie haben durch zwei Neuzugänge derzeit einen breiten Kader, vertrauen aber überwiegend auf Ihr Stammpersonal. Erfüllt die „zweite Reihe“ nicht die Erwartungen?

Wir haben keine erste oder zweite Reihe. Wir haben eine eingespielte Formation mit 10 Spielern, die flüssigen Handball bietet. Von unseren 16 Spielern sind nicht immer alle dabei. Ich setzte auf das, was funktioniert. Andrej Obranovic hat sich recht schnell in unser System integriert. Eduard Klyuyko ist noch nicht so weit.

In Dutenhofen haben sich viele Augenzeugen gefragt, weshalb Sie nicht den schnellen Mladan Jovanovic eingewechselt haben. Ich gebe die Frage an Sie weiter. Die zentrale Rückraumposition war mit Marcel Schliedermann bestens besetzt, der zudem 8 Treffer erzielte. Auch die Variante mit Daniel Luther auf der Mitte und Andrej Obranovic im linken Rückraum klappte gut. Ich bin kein Freund von Experimenten. Es genießen jene mein Vertrauen, die erfolgreich spielen. Mladan Jovanovic zeigt nach längerer Pause noch nicht die Leistung wie die anderen. Er ist aber Auf gutem Weg.

Ihr Vorsprung ist auf 7 und 8 Zähler angewachsen. Kann man da überhaupt noch von Verfolgern sprechen?

Natürlich. Alle Teams der Liga sehe ich als Verfolger. Sie sind insbesondere in ihren Heimspielen heiß, uns, den Tabellenführer und langjährigen Bundesligisten zu schlagen. Kommt der ThSV Eisenach, ist es für sie das Spiel des Jahres. Ich respektiere alle Teams dieser ziemlich ausgeglichenen Ost-Staffel der 3. Liga. Unsere Aufgabe, gegen jedes, die richtigen Lösungen zu finden. Am Samstag erwarten wir mit der SG Leutershausen beispielsweise eine schnelle Mannschaft mit viel Spielwitz, die völlig berechtigt auf dem 2. Tabellenplatz steht.

Dieses satte Polster könnte bei Ihren Spielern aber auch zu Leichtfertigkeiten verleiten. Wie bauen Sie dem vor?

Da hilft mir meine Erfahrung, um Konzentration und Motivation hoch zu halten. So ein Polster ist auch mal schnell aus der Hand gegeben. Gute seriöse Trainingsarbeit und stetiges Analysieren des nächsten Kontrahenten sind angesagt. In den Köpfen muss Klarheit herrschen, egal wie der Gegner heißt. Zudem haben wir eine Verantwortung für unseren Verein und natürlich eine tolle Motivation, von solchen fantastischen Fans getragen zu werden. Unsere Sponsoren und Partner, unsere Zuschauer, unsere Fans wollen wir nicht enttäuschen!

Mit Platz 1 in der Staffel Ost ist eigentlich nur der erste Schritt getan. Es folgen die Aufstiegsspiele. Haben Sie schon mal zu möglichen Kontrahenten geschaut, wie zur HSG Konstanz, die mit 26:4 Punkten die Staffel Süd anführt?

Wir beenden gerade die Hinrunde. Die komplette Rückrunde steht noch an. Unser Vorsprung kann schnell aufgebraucht sein, passen wir nicht auf. Ich beschäftige mich nicht mit der HSG Konstanz oder anderen Favoriten der verschiedenen Staffeln. Nur um informiert zu sein, werfe ich Blicke auf die anderen Tabellen. Wir müssen in unserer Staffel Erster werden. Dann bekommen wir zwei Chancen zum Aufstieg. Derzeit beschäftige ich mich damit nicht.

Das 17. Aufeinandertreffen des ThSV Eisenach mit der SG Leutershausen. Nach Vergleichen in der 1. und 2. Handball-Bundesliganun in der 3. Liga. Wie würden Sie das aktuelle Team charakterisieren?

Eine sehr bewegliche schnelle Mannschaft mit viel Spielwitz, die viel Freude am gemeinsamen Handballspielen hat. Viele ansprechende Spieler sind zu einem guten Kollektiv zusammen gewachsen. Torgefahr von allen Positionen, eine gute Abwehr im Zusammenspiel mit einem guten Torhüter prägen aktuell die SG Leutershausen. Sie steht nicht zufällig auf dem 2. Tabellenplatz!

Gewähren Sie uns einen kleinen Blick in Ihre Vorgaben?

Ich frage meine Spieler: Was müssen wir tun, um zu gewinnen? Die Antwort: Wir dürfen nicht verlieren. Meine Spielphilosophie? Viel Laufen und Springen, eine gute Verteidigung, Rückzugsverhalten, ideenreiches Angriffssystem, passende Antworten auf die Spielweise des Kontrahenten. Das gilt nicht nur für die Partie gegen die SG Leutershausen. Wir wollen stets gewinnen.

Welches spielende Personal können wir am Samstagabend erwarten?

Mit Stand vom Mittwochabend werden wir die gleiche Formation wie beim Sieg in Dutenhofen auf das Parkett schicken.

Th. Levknecht

Quelle: PM ThSV Eisenach


  



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