„Danke Emir, für acht außergewöhnliche Jahre!“: Hadzimuhamedovic verlässt die Neckarsulmer Sport-Union

Nach acht gemeinsamen Jahren wird Emir Hadzimuhamedovic, aktuell sportlicher Leiter der Neckarsulmer Sport-Union, die NSU zum Saisonende verlassen. Neben dem personellen Umbruch mit einigen neuen Spielerinnen, soll dadurch auch ein Neustart in der sportlichen Führung um die Bundesliga-Mannschaft eingeleitet werden.
Zum Abschluss einer erfolgreichen Zusammenarbeit hat sich die NSU nun mit Emir Hadzimuhamedovic über die vergangenen Jahre in Neckarsulm, die Gründe für die Entscheidung sowie die Zukunft der Bundesliga-Mannschaft unterhalten.

NSU: Was sind deine Gründe für diese Entscheidung?

Emir Hadzimuhamedovic: „Durch den bereits im Februar eingeleiteten personellen Umbruch hat sich die Möglichkeit ergeben, nicht nur im Bereich der Mannschaft, sondern auch im Bereich der sportlichen Leitung eine neue Ausrichtung zu wagen. Mir war es wichtig, dass die Neckarsulmer Sport-Union zur neuen Saison sowohl eine schlagkräftige Mannschaft als auch ein kompetentes Trainerteam vorweisen kann. Mit unserem neuen Trainer Pascal Morgant kann damit die stark veränderte Mannschaft einen kompletten Neuanfang im deutschen Oberhaus starten.
Hinzu kommt, dass ich hier acht sehr schöne Jahre hatte, die aber auch mit einem unwahrscheinlichem Aufwand verbunden waren. Die über 100 Kilometer zwischen Neckarsulm und meinem Heimatort habe ich täglich überwinden müssen und diese sind auf Dauer sehr kräftezehrend.“


NSU: Wie fällt dein Fazit zu der Zeit in Neckarsulm aus und mit welchem Gefühl verlässt du den Verein?

Hadzimuhamedovic: „Ich habe in diesem Verein eine sehr gute Zeit erlebt und in der Vergangenheit mit unseren Aufstiegen von der Württembergliga bis in die 1. Bundesliga eine absolut außergewöhnliche Erfahrung mitgemacht. Diese Entwicklung mitzuerleben, wie alles rund um den Frauenhandball in Neckarsulm wächst, war wirklich phänomenal. Zuletzt muss man ehrlicherweise sagen, dass es aufgrund unserer zahlreichen Ausfälle und Rückschläge kaum möglich war, ein besseres Ergebnis in der 1. Bundesliga zu erreichen. Ab Februar habe dann auch ich in einer anderen Position sehr viele neue Erfahrungen gesammelt, weshalb ich auch aus den letzten Wochen und Monaten viel mitnehmen kann und trotzdem insgesamt positiv auf die Entwicklung des Vereins zurückblicke. Die Strukturen für den Frauenhandball in Neckarsulm sind besser geworden. Wir haben mit Kai Stettner bereits eine wichtige Person auf der Geschäftsstelle, die sich deutlich intensiver um den Bundesliga-Handball kümmern wird. Dazu wurde ein sehr gutes Sponsorennetzwerk, sowie die gute Infrastruktur im Bereich der 1. Frauenmannschaft aufgebaut. Worauf wir besonders stolz sind ist das Interesse der Fans und es ist ein gutes Zeichen, dass die Zuschauer uns auch in dieser schwierigen Saison die Treue gehalten haben.“

NSU: Und wie siehst du die Mannschaft für das dritte Jahr im deutschen Oberhaus aufgestellt?

Hadzimuhamedovic: „Ich sehe die Mannschaft und auch das Trainerteam um Pascal dafür auf jeden Fall gut aufgestellt. Es war mit Sicherheit sehr wichtig, dass wir im Februar mit Michelle Goos, Ana Pavkovic und Nicole Roth drei Neuzugänge präsentieren und dadurch auch zeigen konnten, dass es in der kommenden Saison mit einer guten Truppe weitergehen wird. In Absprache mit Pascal haben wir außerdem im Rückraum mit Louisa Wolf, Irene Perez und Roberta Ivanauskauite für neue Impulse sorgen können. Wir müssen jetzt dieser Mannschaft und den Verantwortlichen Zeit geben, um zusammen zu wachsen und sich dann auch sportlich entwickeln zu können.“

NSU: Wie geht es bei dir persönlich weiter?

Hadzimuhamedovic: „Im Februar hatte ich zwei sehr interessante Anfragen, die ich aber beide abgelehnt habe. Ich wollte nach all den Jahren einen sauberen Abgang bei der Sport-Union und den Verein in diesem schwierigen Jahr auf keinen Fall im Stich lassen. Wie und ob es in meiner Zukunft nun mit dem Handball weitergehen wird, kann ich aktuell nicht sagen. Nach meiner Zeit in Neckarsulm werde ich auf jeden Fall erst einmal alles auf mich zukommen lassen.“

NSU: Möchtest du zum Abschluss noch etwas loswerden?

Hadzimuhamedovic: „Ich möchte mich wirklich von ganzem Herzen bei allen im Verein, unseren Fans sowie Helfern und vor allem auch den Sponsoren für die unvergessliche Zeit bedanken. Ich hatte mit euch acht außergewöhnliche Jahre und hoffe beziehungsweise wünsche mir, dass der sportliche Weg der vergangenen Jahre fortgesetzt wird. Ich werde dem gesamten Verein auf jeden Fall immer die Daumen drücken und wünsche der NSU alles Gute. Besonders möchte ich mich aber auch bei Personen wie Rolf Härdtner, Jutta Perger, Sven Fischer, Kai Stettner, Sascha Göttler, Aki Kühner und Christian Harst bedanken, die im nahen Umfeld der Mannschaft arbeiten. Auf dieses Team und die Entwicklung der vergangenen Jahre können wir, der Verein und die gesamte Region wirklich stolz sein.“


Bereits als er 2010 die 1. Frauenmannschaft der Sport-Union übernommen hatte, startete er mit zahlreichen Spielerinnen aus der eigenen B-Jugend sowie drei erfahrenen Bundesligaspielerinnen den Neuanfang. Nach vier Aufstiegen innerhalb von lediglich sechs Jahren ist die Sport-Union 2016 erstmals in der 1. Bundesliga angekommen und erlebte unter Hadzimuhamedovic einen unwahrscheinlichen Aufschwung.

„Danke Emir, für acht außergewöhnliche Jahre, die sportlich mit wenigen Ausnahmen unwahrscheinlich erfolgreich waren und mit Sicherheit unvergesslich sind. Meine Hochachtung vor der Leistung, eine Mannschaft von der Württembergliga bis in die Bundesliga zu führen. Das ist eine außergewöhnliche Erfolgsgeschichte. Ich bin Emir auch für die dabei entstandene Freundschaft zwischen uns unheimlich dankbar und wünsche ihm für die Zukunft alles Gute. Wir waren beide der Meinung, dass die Mannschaft frischen Wind benötigt. Deshalb habe ich auch großen Respekt vor seiner Entscheidung, den Verein zum Saisonende zu verlassen und damit den nötigen Umbruch mit neuen Kräften auch in der sportlichen Leitung einzuleiten.“, sagte Rolf Härdtner, Vorstandsvorsitzender der Neckarsulmer Sport-Union.

Auch Jutta Perger, Teammanagerin und langjährige Wegbegleiterin, ist Hadzimuhamedovic für die geleistete Arbeit dankbar: „Von Beginn an brachte Emir sofort Professionalität und Leistungsgedanken mit in den Verein. Mit ihm kam dann 2010 ein richtiger Aufwind, der uns schließlich bis in die 1. Bundesliga gebracht hat. Wir zwei hatten eine sehr gute Kommunikation und ich konnte von ihm viel für die Organisation um die Mannschaft herum lernen. Ich bin ihm unendlich dankbar für seine Arbeit und die gemeinsame Zeit, die wir miteinander erlebt haben.“

Quelle: PM Neckarsulmer Sport-Union Handball


  
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