„Mit einem Haufen Ehrgeiz hineingehen“: Konstanz-Trainer Daniel Eblen zieht Fazit und blickt auf neue Liga

Der Blick geht schon wieder nach vorne und Trainer Daniel Eblen fordert: "Jeder muss nun darauf brennen, eine gute Saison zu absolvieren, mit neuem Elan an die Aufgabe heranzugehen und einem Haufen Ehrgeiz im Bauch hineinzugehen." Foto: Peter Pisa Der Blick geht schon wieder nach vorne und Trainer Daniel Eblen fordert: "Jeder muss nun darauf brennen, eine gute Saison zu absolvieren, mit neuem Elan an die Aufgabe heranzugehen und einem Haufen Ehrgeiz im Bauch hineinzugehen." Foto: Peter Pisa

Eine schwierige und enttäuschende Spielzeit liegt hinter der HSG Konstanz. Trainer Daniel Eblen blickt im Gespräch mit HSG-Pressesprecher Andreas Joas zurück auf die Probleme und Gründe und voraus auf die Vorbereitung sowie die neu zusammengestellte Mannschaft.Daniel Eblen (43) ist seit 2004 Cheftrainer der HSG Konstanz, bei der der A-Lizenzinhaber alle Mannschaften von der Jugend bis zur 2. Bundesliga durchlaufen hat. Eblen begann zunächst als Co-Trainer von Adolf Frombach, den er als Coach der ersten Mannschaft beerbte. Der gebürtige Konstanzer ist Diplom-Kaufmann und steht vor seiner 16. Spielzeit als Cheftrainer der HSG.Dani, wie fällt Dein Fazit nach einer schwierigen Saison und einer mageren Punktausbeute aus?Wir sind natürlich alle enttäuscht. Wir hatten uns mehr erhofft. Allerdings haben wir nicht das emotionale Niveau der letzten Jahre erreicht – was nach den vergangenen zwei Jahren aber auch schwer war. Wo lagen die größten Probleme und gab es dennoch positive Entwicklungen?Wir haben einen im Schnitt viel besseren Angriff gespielt und haben die siebtmeisten Treffer in der 2. Bundesliga erzielt. Handballerisch hat sich also etwas getan. Allerdings haben der Killerinstinkt und die emotionale Geschlossenheit gefehlt. Dies hat sich vor allem in der Abwehr bemerkbar gemacht, das war kein Vergleich zur letzten Saison und hatte die meisten Gegentreffer der Liga zur Folge. Zudem gab es viele knappe Niederlagen, alleine elf mit ein bis drei Toren. So war es schwer, mehr zu entwickeln. Die Rückschläge waren immer wieder emotionale Dämpfer. Darauf will ich es aber nicht schieben. Das Emotionale der letzten Jahre war nicht in dieser Form da, dadurch haben ein paar Prozent gefehlt – aber diese paar Prozent haben auf diesem Niveau große Auswirkungen.War der Abstieg somit vermeidbar, unnötig oder aufgrund der genannten Defizite einfach folgerichtig?Wir sind nicht chancenlos abgestiegen, vielleicht war er dann auch ein wenig unnötig. Vier Mannschaften muss es aber treffen, in einer Liga, die diese Saison noch einmal stärker war. Uns haben die Killermomente gefehlt, mit denen mehr drin gewesen wäre. Festzuhalten ist jedoch ebenfalls, dass unsere Leistungen, wenn sie im Durchschnitt wahrscheinlich sogar besser als letztes Jahr waren, nicht ausreichen, weil immer wieder und zu oft kleine Rädchen nicht funktioniert haben. In den letzten zwei Jahren hatten wir die wichtigen Momente für uns, jetzt überhaupt nicht. Das hat mit Glück und Pech nur ein bisschen zu tun. In der Häufigkeit, wie es uns in den letzten Jahren gelungen ist, knappe Duelle auf unsere Seite zu ziehen war das genauso wenig Zufall wie jetzt, als es genau andersherum war.Was sind die entscheidenden Nuancen, die die auf Messers Schneide stehenden Partien letztendlich entscheiden?In Sachen Entschlossenheit war es zu wenig. Dazu hat die Cleverness gefehlt, die sicher auch auf mangelnde Erfahrung auf diesem Niveau zurückzuführen ist. Das heißt aber nicht, dass Fehler nicht wieder passieren können. Wenn ich mir die Entwicklung von Maximilian Schwarz, Tom Wolf oder auch Maximilian Wolf im Tor betrachte, sehe ich jedoch, dass sich etwas getan hat. Sie haben sich, aus unteren Ligen gekommen, auf Zweitliga-Niveau reingespielt.Am 5. Juli beginnt schon wieder die Vorbereitung. Wie sammelt der Trainer Daniel Eblen neue Kräfte?Es tut gut, im Kreise der Familie oder im Urlaub abzuschalten und ein paar Tage auf andere Gedanken zu kommen. Im Hinterkopf war aber immer schon die Vorbereitungsplanung, an der wir zusammen mit Andre Melchert und unserem Physiotherapeuten Marc Götz gearbeitet haben. Los geht es mit diversen Leistungstests.Wie blickst Du der neuen Herausforderung in der 3. Liga entgegen?Man kennt die Liga, doch die Entwicklungen in zwei Jahren sind auf allen Seiten riesengroß. Insofern ist es für uns wieder eine neue Liga. Als Zweitliga-Absteiger werden wir sicher oft als Gejagte dargestellt. Das wird für uns eine andere Rolle als zuletzt. Wir lassen uns die Rolle dabei aber nicht von außen geben, sondern sehen danach, welche wir selbst spielen und annehmen wollen.Was steht in der achtwöchigen Vorbereitung bis zum Drittliga-Auftakt am 25. August in Fürstenfeldbruck im Vordergrund?Die für uns erneut recht kurze Vorbereitungszeit wollen wir dazu nutzen, ein Niveau zu erreichen in dem jeder, der bei uns spielt, gut in alle Abläufe integriert ist. Ein guter Start in die Saison wird sehr wichtig sein. Wir müssen aus der abgelaufenen Saison handballerisch und an Erfahrungen etwas mitnehmen, das Entwickelte in die neue Spielzeit transportieren ohne wieder von neuem beginnen zu müssen. Felix Krüger etwa hat gute Spiele gemacht. Wir werden dafür arbeiten, dass wir auf den positiven Entwicklungen aufbauen können.Welche Rolle spielen dabei die vier externen Neuzugänge?Die Kreisläufer- und Torwartposition werden ganz wichtig sein. Deshalb freue ich mich auf Fabian Wiederstein, der in den letzten Jahren bei meinen Beobachtungen immer einen guten Eindruck hinterlassen hat. Michel Stotz hat sich gut entwickelt, deshalb sind wir froh, einen jungen, ehrgeizigen und talentierten zweiten Kreisläufer dazuzubekommen. Wir geben ihm mit seinen 19 Jahren die nötige Zeit, wollen aber in den nächsten Jahren etwas mit ihm erreichen. Simon Tölke wird eine wichtige, erfahrene Stütze und ein wichtiger Gegenpart für Maximilian Wolf sein, der sich zuletzt gut entwickelt hat. Tim Keupp muss sich zwar in ein neues System einfinden, mit seiner Erfahrung trotz seines jungen Alters wird er uns aber sicher relativ schnell in der Abwehr weiterhelfen. Der Angriff kommt über die Zeit sowieso. Tim ist ein sehr athletischer und dynamischer Spieler, der leider mit Verletzungen zu kämpfen hatte. Nicht vergessen dürfen wir Joschua Braun und Samuel Löffler, die in den letzten Spielen gezeigt haben, über welches Potenzial sie verfügen.Und was sind die Ziele für die kommende Saison in der, so die einhellige Meinung der verschiedensten Vereinsvertreter, stärksten Staffel der 3. Liga?Wir haben ein gerade in emotionaler Hinsicht kein einfaches Jahr hinter uns. Jeder muss nun darauf brennen, eine gute Saison zu absolvieren, mit neuem Elan an die Aufgabe heran- und einem Haufen Ehrgeiz im Bauch hineinzugehen. Dann werden wir viel Spaß an unserer jungen Mannschaft haben.Fragen: Andreas JoasDie ersten Saisonspiele der HSG Konstanz in der 3. Liga, Saison 2018/19:• 25./26. August: TuS Fürstenfeldbruck – HSG Konstanz• 1./2. September: HSG Konstanz – HBW Balingen-Weilstetten II • 8./9. September: TVS 1907 Baden-Baden – HSG Konstanz • 15./16. September: HSG Konstanz – VfL Pfullingen • 22./23. September: HSG Konstanz – TGS PforzheimWeitere Informationen unter:www.hsgkonstanz.deQuelle: PM HSG Konstanz


  
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