Zwei Talente kommen zurück, eins geht.

Das Handball-Bundesligateam, das die MT Melsungen in der kommenden Saison aufbieten wird, nimmt immer mehr Kontur an. Nach den Vertragsverlängerungen mit den Müller-Zwillingen und Timm Schneider sowie der Neuverpflichtung von Rückraumspieler Simon Birkefeldt können die Nordhessen nun weitere Personalentscheidungen vermelden: Mit den U20-Nationalspielern Dimitri Ignatow und Fin Backs kehren nach einer Saison Doppelspielrecht beim Zweitligisten Hildesheim zwei der hoffnungsvollsten Talente aus der eigenen Nachwuchsarbeit zur MT zurück. Auf der anderen Seite verlässt mit Johannes Golla ein ebenfalls aus der MT-Kaderschmiede hervorgegangener Auswahlspieler den Verein.

Handball-Bundesligist MT Melsungen hat vor etwa fünf Jahren begonnen, seine Jugendarbeit zielgerichtet zu strukturieren und mit der Einstellung eines hauptamtlichen Jugendkoordinators den Leistungsaspekt deutlich zu intensivieren. Seitdem ist die MT mit der A-Jugend in der Jugend- Bundesliga und auch mit den nachfolgenden Mannschaften in der jeweils höchsten Spielklasse vertreten. “Das war ein sehr komplexer Prozess auf und neben dem Handballfeld. Schließlich haben wir den Anspruch einer ganzheitliche Förderung von Talenten und legen zum Beispiel auch viel Wert auf das Fortkommen der jungen Menschen in Schule und Ausbildung”, erklärt Axel Geerken.

Dem Nachwuchs eine Chance: Fin Backs und Dimitri Ignatow kehren zur MT zurück

“Mit Fin Backs, Dimitri Ignatow und Johannes Golla haben wir bereits drei Nachwuchsspieler in unserer Trainingsarbeit soweit entwickelt, dass ihnen das Tor zur Bundesliga offen steht. Unser Ziel ist natürlich klar: Wir wollen unseren eigenen Bundesligakader immer wieder mit jungen Spielern bestücken, die wir selber ausgebildet haben. Insofern sind wir schon sehr stolz darauf, in so kurzer Zeit solche Erfolge vorweisen zu können. Der Dank gebührt einerseits Axel Renner und seinen Mitstreitern auf Trainer- und Betreuerebene, zum anderen dem Trainerstab unseres Bundesligateams. Michael Roth hat es verstanden, die nachwachsenden Talente an das Niveau seines Bundesligateams heran zu führen”, zeigt sich der MT-Vorstand mit der Entwicklung zufrieden.

Zudem freut es den Manager sehr, dass mit Fin Backs und Dimitri Ignatow zwei der stärksten Jugendspieler nach ihrem “Praktikumsjahr”, welches ihnen per Zweifachspielrecht in der Zweiten Liga bei Eintracht Hildesheim ermöglicht wurde, zur nächsten Saison wieder zur MT zurück zu kehren wo sie jeweils mit einem Vertrag bis 2020 ausgestattet sind. “Sie haben eine Chance verdient und sie sollen hinter den beiden Stammspielern auf Links- und Rechtsaussen, Michael Allendorf und Tobias Reichmann, jeweils die zweite Position einnehmen. Dort können sich die beiden, die übrigens im aktuellen Kader der U20-Nationalmannschaft stehen, weiter entwickeln, ohne bereits die ganz große Verantwortung tragen zu müssen”, blickt Geerken zuversichtlich voraus.

“Wir freuen uns auf die Rückkehr zur MT und zu der Mannschaft, mit der wir ja auch schon zuvor oft trainiert haben. Die Förderung, die wir durch den Verein erfahren, war und ist für unsere Entwicklung sehr wichtig. Wir bekommen hier die Gelegenheit, in der höchste Liga zu spielen und dort wertvolle Erfahrungen zu sammeln. Hier kommt uns vielleicht zugute, dass wir schon einige Einsätze in den deutschen Jugendauswahlteams hatten. Uns ist aber auch klar, dass wir von den erfahrenen Spielern auf unseren Positionen, Michael Allendorf und Tobias Reichmann, noch sehr viel lernen können”, erklären Fin Backs und Dimitri Ignatow unisono.

Arjan Haenen bleibt – aber in neuer Funktion

Wie bereits vor Kurzem vermeldet, wird der im Juni auslaufende Vertrag von Linksaussen Jeffrey Boomhouwer nicht verlängert. Mit seinem holländischen Landsmann Arjan Haenen hat sich der Verein hingegen auf einen Verbleib bei der MT verständigt – allerdings in neuer Funktion. “Wir wollen Arjan die Möglichkeit bieten, seine Karriere nach der aktiven Zeit als Spieler vorzubereiten. Er wird ab der kommenden Saison die MT-Zweite als Trainer übernehmen und somit die Nachfolge von Georgi Sviridenko antreten, der die MT im Sommer nach drei Jahren verlässt”, verrät Geerken.

Johannes Golla zieht es fort

Verlassen wird die MT auch Johannes Golla. Er hat gezeigt, dass man es mit Talent mit der richtigen Förderung und mit Ehrgeiz und Fleiß schaffen kann, aus der Jugend kommend, in der stärksten Liga der Welt Fuß zu fassen. Er kam als 17-jähriger von Eintracht Wiesbaden und war einer der ersten, die in die damals noch junge Handball-WG des nordhessischen Bundesligisten eingezogen sind. Zunächst hat er in der MT-A-Jugend und später auch im Oberligateam der MT gespielt.

Parallel dazu hat ihn Michael Roth regelmäßig in den Trainingskader der Bundesligacracks geholt. Das zeitweilige Verletzungspech von Marino Maric bzw. von Felix Danner war dann das Glück von Johannes Golla. Statt in den betreffenden Phasen einen weiteren Routinier zu verpflichten, gab Michael Roth dem Jungspund sukzessive mehr Verantwortung. Und der packte die Gelegenheiten jeweils beim Schopfe und spielte sich mehr und mehr in den Kader hinein. “Umso mehr finden wir es schade, dass Johannes uns nun verlassen wird”, so Axel Geerken. “Aber”, so der Vorstand, “eine solche Entscheidung fällt letztlich der Spieler und die muss man letztlich akzeptieren”.

Dabei hat die MT-Führung praktisch nichts unversucht gelassen, um den inzwischen 20-jährigen zu halten. “Die ersten Gespräche gab es schon im Frühjahr, also mehr als ein Jahr, bevor sein Vertrag im Juni nächsten Jahres ausläuft. Ich denke, dass wir ihm ein aus unserer Sicht sehr attraktives Paket angeboten haben. Sportlich haben wir seine Perspektive bei uns ohnehin als absolut zukunftsträchtig eingestuft. Und das nicht nur aufgrund der Tatsache, dass inzwischen 16 statt 14 Spieler auf dem Spielberichtsbogen stehen dürfen. Johannes hat schließlich bewiesen, dass er das in ihn gesetzte Vertrauen auf dem Spielfeld durch gute Leitungen rechtfertigt. Wenn er befürchtet haben sollte, dass er hinter Marino Maric und Felix Danner nur die Nummer Drei auf der Kreisposition sein würde, so würden wir diese Einschätzung nicht teilen. Aber wir müssen uns mit seiner Entscheidung abfinden und wünschen ihm weiterhin alles Gute bei seiner sportlichen Entwicklung”, sagt Axel Geerken. Wohin es den Kreisläufer zieht, hat der übrigens noch nicht verraten.

“Ich bin dem Verein, dem Trainer und dem gesamten Umfeld sehr dankbar für die tolle Unterstützung, die ich während meiner drei Jahre bei der MT erhalten habe. Ich sollte hier die Möglichkeit bekommen, mich nach dem Schulabschluss voll auf den Leistungshandball konzentrieren zu können und ich muss sagen, dass meine ursprünglichen Erwartungen klar übertroffen wurden. Den nächsten Schritt, den ich machen werde, habe ich eher aus dem Bauch heraus entschieden”, sagt Johannes Golla.

Unterm Strich verbucht die MT bei diesen Personalentscheidungen, bei denen zwei clubeigene Talente zurückkommen und eines den Verein verlässt, zumindest zahlenmäßig ein Plus. Und so darf man jetzt gespannt sein, ob auch diese beiden Youngster den Sprung in die stärkste Liga der Welt schaffen. Sie selber werden dazu ab Sommer ganz sicher bereit sein.

Quelle: PM MT Melsungen


  
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