Offener Austausch, gutes, hartes Training: HSG Konstanz möchte positiven Trend in Würzburg fortsetzen

Peter Pisa: Hohe Hürde Rimpar: Chris Berchtenbreiter und die HSG Konstanz müssen schon einen gewaltigen Satz hinlegen, um in Würzburg eine Chance zu haben. Peter Pisa: Hohe Hürde Rimpar: Chris Berchtenbreiter und die HSG Konstanz müssen schon einen gewaltigen Satz hinlegen, um in Würzburg eine Chance zu haben.

Die Aufgaben für die HSG Konstanz werden nicht leichter und die Serie gegen die Topmannschaften geht weiter. Auf das unglücklich und knapp verlorene Kräftemessen mit Nordhorn-Lingen folgt am Samstag, 19.30 Uhr, die Partie bei Fast-Erstligaaufsteiger DJK Rimpar Wölfe, ehe der HSG im zweiten Auswärtsspiel in Folge die weite Fahrt zum Tabellenvierten nach Emsdetten bevorsteht. In Würzburg trifft Konstanz auf einen Gegner, der nach einer völlig unerwarteten Heimniederlage am Dienstag gegen Dessau etwas unter Druck steht.

24:25 hieß es zuletzt für Konstanz gegen Nordhorn-Lingen, das dritte Mal in dieser Saison unterlag die HSG – trotz Zwei-Tore-Führung acht Minuten und 24:24-Ausgleich zwei Minuten vor Ultimo – mit nur einem Tor. Die knappen, unglücklichen Ergebnisse zehren ein wenig an der jungen Mannschaft vom Bodensee, doch Trainer Daniel Eblen sieht vor allem das Positive – und davon gab es nach einer weiteren deutlichen Leistungssteigerung reichlich. „Ein wirklich gutes Spiel“, meint der A-Lizenzinhaber. „Wir haben mit einem Topteam gut mitgehalten. Mit ein bisschen mehr Glück in den Abschlüssen hätten wir den Punkt holen können.“ So bleibt nur die Erkenntnis, dass „es weh tut, vor allem, weil es nicht das erste Mal war“, so Eblen, dass man auf diese bittere Art und Weise das Nachsehen hatte.

Der HSG-Coach kann aber auch in knappen Niederlagen Positives sehen. „Wir arbeiten hart an uns, im Training und in jedem Spiel“, unterstreicht er und erklärt: „Wir wollen immer weiter Fortschritte machen. Egal gegen wen wir spielen. Aber je stärker der Gegner, desto mehr werden wir geprüft. Das wird uns sehr weiterhelfen. Natürlich spielen wir um Punkte, aber wenn es dazu nicht reicht, dann müssen wir uns in den 60 Minuten zumindest weiterentwickeln.“ Dass dies gelungen ist, bestätigt der Aufwärtstrend gegen zunehmend starke Konkurrenten in den letzten Wochen.

Bange ist dem 42-Jährigen deshalb auch vor der Herkulesaufgabe bei den Rimpar Wölfen, die in der letzten Saison mit 50 Punkten als Tabellenvierter nur ganz knapp am Erstliga-Aufstieg vorbeigeschrammt sind, nicht. Mit einer Mannschaft, die aus vielen Eigengewächsen aus der Region seit vielen Jahren zusammengewachsen ist, fehlte in der Endabrechnung nur ein einziges Pünktchen zum Sprung in die Eliteklasse. Ursächlich dafür war unter anderem eine 28:29-Niederlage im Saisonendspurt in Konstanz, nachdem die HSG sich in Würzburg noch eine 19:31-Packung abgeholt hatte. Eblen hat nicht nur deshalb großen Respekt vor den Unterfranken und sagt mit Blick auf die Stärken der Wölfe: „Wir wissen aus letzter Saison, wie gut ihre 6:0-Deckung funktioniert. Die ist vor allem physisch stark, was sich bis in den Angriff zieht.“ Besonderes hervorstechen aus einem guten Kollektiv „Maschinen wie Stefan Schmitt“, so der gebürtige Konstanzer, filigrane Spieler wie Ex-Nationalspieler Benjamin Herth und gefährliche Akteure wie Steffen Kaufmann. Dazu kommen „Kreisläufer bester Güte“, warnt Eblen vor einer Mannschaft, die gegenüber Konstanz vor allem einen Trumpf hat: ihre Eingespieltheit. Nur einen Ab- und einen Neuzugang gab es in der bayerischen Universitätsstadt vor der aktuellen Spielzeit. Daniel Eblen rechnet daher erneut im oberen Tabellendrittel mit den Bayern.

Dass sich Rimpar am Tag der deutschen Einheit im Nachholspiel des ersten Spieltages vor eigenem Publikum Dessau mit 28:32 geschlagen geben musste war überraschend, bei näherer Betrachtung aber erklärbar. Denn mit Max Brustmann, seit Jahren einer der besten Schlussmänner der Liga, fehlte über weite Strecken der so wichtige Rückhalt im Tor, der in den letzten Spielen, gesundheitlich angeschlagen, kürzer treten musste. Ob die unerwartete Heimniederlage gegen Dessau nun Vor- oder Nachteil sei, vermochte der Konstanzer Übungsleiter nicht zu beantworten. „Es kann in beide Richtungen gehen. Entweder es erwartet uns ein großes Feuerwerk der Gastgeber oder aber gegen ein Team wie uns ist schon etwas Druck vorhanden. Rimpar will sicher mit Biegen und Brechen den Sieg“, ist er sich sicher.

Zuversicht für die kleine Chance als krasser Außenseiter schöpft er – trotz einiger krankheits- und verletzungsbedingter Ausfälle – aus einer wie schon vor der Partie gegen Nordhorn guten Trainingswoche, in der erneut ein intensiver Austausch mit einigen Gesprächen stattfand. „Die Jungs trainieren sehr gut und hart. Jeder will das Team nach vorne bringen und bringt sich und seine Ideen dazu ein“, erzählt Eblen zufrieden. „Der offene Austausch wird uns weiterbringen, das spiegelt sich schon in weiteren Fortschritten wider.“

Quelle: PM HSG Konstanz


  
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